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Prince of Persia: Die komplette Geschichte der Spielreihe von 1989 bis heute

Von Jordan Mechners Apple-II-Klassiker bis zu The Lost Crown (2024) und The Rogue Prince of Persia (2025) – ein vollständiger Überblick über alle wichtigen Titel, Ären und den Einfluss der Prince-of-Persia-Reihe auf die Spielebranche.

Prince of Persia: Die komplette Geschichte der Spielreihe von 1989 bis heute

Prince of Persia ist eine der langlebigsten Videospielreihen überhaupt – von Jordan Mechner auf dem Apple II erschaffen und heute noch mit neuen Einträgen aktiv. Die Reihe umfasst mehr als 15 Spiele, drei grundverschiedene Ären und drei unterschiedliche Prinzen-Charaktere in nicht zusammenhängenden Zeitlinien. Wer die Franchise ohne Vorkenntnisse entdeckt, steht schnell vor der Frage: Welcher Titel gehört wohin, und welcher Prinz ist eigentlich wer? Dieser Überblick strukturiert genau das.

Die Geburt einer Legende: Jordan Mechner und der Apple-II-Klassiker (1989)

Prince of Persia erschien 1989 – entwickelt vom damals jungen Jordan Mechner und veröffentlicht von Brøderbund Software für den Apple II. Was das Spiel von Beginn an abhob, war die Art der Bewegung: Mechner nutzte Rotoskopie-Technik, um die Animationen seines Bruders auf Film aufzuzeichnen und daraus flüssige Spielerfiguren zu erzeugen. Das Ergebnis war für die damalige Zeit ungewöhnlich organisch – der Prinz rollte ab, kletterte, zog sich hoch und starb auf eine Weise, die keine Pixelfigur zuvor getan hatte.

Das Setting war lose an 1001 Nacht angelehnt: Ein namenloser Prinz muss innerhalb einer Stunde den Kerker des bösen Wesirs Jaffar durchqueren, um die Prinzessin zu retten. Simpel in der Geschichte, aber anspruchsvoll in der Ausführung. Die Zeitbegrenzung erzeugte echten Druck, die Fallen verlangten Präzision.

Der Nachfolger Prince of Persia 2: The Shadow and the Flame erschien ebenfalls unter dem Brøderbund-Label und erweiterte die Formel des Originals. Jordan Mechner war in unterschiedlichem Umfang an der gesamten weiteren Geschichte der Reihe beteiligt – als Schöpfer, Berater und zeitweise aktiver Mitentwickler. Die frühen Brøderbund-Titel bilden eine klar abgegrenzte erste Ära, die nichts mit den späteren Ubisoft-Produktionen gemein hat – weder im Setting noch in der Spielmechanik.

Vom Misserfolg zum Neustart: Prince of Persia 3D und die Übernahme durch Ubisoft

Ende der 1990er-Jahre versuchte die Reihe den Sprung in die dritte Dimension. Prince of Persia 3D erschien 1999, scheiterte jedoch kommerziell. Das Spiel fand keine ausreichende Resonanz beim Publikum, und die Franchise geriet ins Stocken. Die Rechte wechselten daraufhin zu Ubisoft Entertainment – und damit begann eine der produktivsten Phasen der Reihe.

Die Ubisoft-Ära: Sands of Time-Trilogie und ihre Nachwirkung (2003–2010)

Ubisoft startete 2003 mit Prince of Persia: The Sands of Time einen kompletten Neustart der Franchise. Das Spiel führte einen neuen Prinzen, eine neue Zeitlinie und – vor allem – den Dolch der Zeit ein: ein Spielobjekt, das dem Spieler erlaubte, die Zeit zurückzuspulen und dadurch Fehler zu korrigieren. Diese Mechanik war für das Genre wegweisend und machte Sands of Time zu einem der meistgelobten Actionspiele seiner Generation.

Aus diesem Einstieg entstand eine vollständige Trilogie:

  • Prince of Persia: The Sands of Time (2003) – Einführung des Prinzen und der Zeitmechanik
  • Prince of Persia: Warrior Within (2004) – dunklerer Ton, intensiverer Kampf, derselbe Prinz
  • Prince of Persia: The Two Thrones (2005) – Abschluss der Sands-of-Time-Zeitlinie

Alle drei Spiele folgen demselben Prinzen und spielen in derselben Zeitlinie. Das ist ein wichtiger Punkt für Neueinsteiger: Die Sands-of-Time-Trilogie ist in sich geschlossen und hat keine narrative Verbindung zu den Brøderbund-Klassikern.

Ubisoft veröffentlichte nach der Trilogie weitere Einträge. Dazu gehörte ein eigenständiges Prince of Persia-Reboot aus dem Jahr 2008 – mit komplett anderem Artstil, einer anderen Zeitlinie und einem neuen Protagonisten, der sich vom Sands-of-Time-Prinzen grundlegend unterscheidet. Hinzu kam Prince of Persia: The Forgotten Sands (2010), der wieder in der Sands-of-Time-Zeitlinie angesiedelt ist. Das unterstreicht ein strukturelles Merkmal der Franchise: Verschiedene Trilogien und Reboots spielen in unabhängigen Zeitlinien mit unterschiedlichen Prinzen-Charakteren. Wer die Reihe chronologisch spielen möchte, muss diese Trennung im Kopf behalten.

Hinweis: Ein mögliches Remake von Prince of Persia: The Sands of Time wurde in der Gaming-Presse vielfach diskutiert. Sein aktueller Status konnte zum Zeitpunkt der Recherche nicht abschließend bestätigt werden und sollte separat geprüft werden.

Neue Generation: The Lost Crown (2024) und The Rogue Prince of Persia (2025)

Die Franchise ist 2024 und 2025 mit zwei eigenständigen Titeln zurückgekehrt, die sie in unterschiedliche Richtungen weiterentwickeln.

Prince of Persia: The Lost Crown (2024) markiert eine Rückkehr zum 2D-Format – als Metroidvania-Spiel mit einer neuen Hauptfigur und einem frischen Blickwinkel auf die persische Mythologie. Das Spiel erhielt positive Reaktionen und zeigte, dass die Franchise auch jenseits der Sands-of-Time-Formel funktioniert.

The Rogue Prince of Persia (2025) geht einen anderen Weg: Das Spiel setzt auf Roguelite-Mechaniken mit einem neuen Prinzen und einem eigenständigen Setting. Beide Titel operieren außerhalb der bisherigen Zeitlinien und sind keine direkten Fortsetzungen älterer Einträge.

Prince of Persia ist keine ruhende Franchise. Die Bereitschaft, mit Genres und Protagonisten zu experimentieren, zieht sich durch die gesamte Geschichte der Reihe – und The Lost Crown sowie The Rogue Prince of Persia setzen das konsequent fort.

Einfluss auf die Spielebranche: Warum Prince of Persia bis heute relevant ist

Prince of Persia gilt als eine der einflussreichsten Videospielreihen überhaupt. Der Ursprungstitel von 1989 legte Grundlagen für physikalisch glaubwürdige Spielerfiguren und Hindernisparcours in einem Maß, das für die damalige Hardware kaum vorstellbar schien.

Besonders deutlich wird der Einfluss im Vergleich mit Ubisofts Assassin’s Creed-Reihe. Die Parkour-Bewegungen durch urbane und antike Umgebungen, das Klettern an Wänden, die Fluidität im Kampf – all das hat spielerische Wurzeln in der Prince-of-Persia-DNA. Ubisoft hat Prince of Persia als Inspirationsquelle für Assassin’s Creed benannt. Wichtig ist dabei die Einordnung: Es handelt sich um Einfluss und spielmechanische Verwandtschaft, nicht um eine offizielle narrative Verbindung oder ein Spin-off-Verhältnis zwischen den beiden Franchises.

Mit über 15 Veröffentlichungen auf PCs und Konsolen und einer Spanne von 1989 bis 2025 bleibt Prince of Persia eine Referenz – für Plattformer, Action-Adventure, Zeitmechaniken und das visuelle Erzählen in Spielen.

Alle Prince-of-Persia-Spiele auf einen Blick: Titel, Jahr und Plattform

Die folgende Tabelle listet die wichtigsten bestätigten Haupttitel der Reihe mit Erscheinungsjahr und ursprünglichem Publisher. Ports, Neuauflagen und Mobile-Adaptionen sind nicht vollständig erfasst.

Titel Jahr Publisher Ära / Zeitlinie
Prince of Persia 1989 Brøderbund Software Brøderbund-Klassiker
Prince of Persia 2: The Shadow and the Flame 1993 Brøderbund Software Brøderbund-Klassiker
Prince of Persia 3D 1999 Broderbund / Red Orion Übergangsphase
Prince of Persia: The Sands of Time 2003 Ubisoft Sands-of-Time-Zeitlinie
Prince of Persia: Warrior Within 2004 Ubisoft Sands-of-Time-Zeitlinie
Prince of Persia: The Two Thrones 2005 Ubisoft Sands-of-Time-Zeitlinie
Prince of Persia (Reboot) 2008 Ubisoft Eigenständige Zeitlinie
Prince of Persia: The Forgotten Sands 2010 Ubisoft Sands-of-Time-Zeitlinie
Prince of Persia: The Lost Crown 2024 Ubisoft Neue Generation
The Rogue Prince of Persia 2025 Ubisoft Neue Generation

Die Sands-of-Time-Zeitlinie ist die umfangreichste und bekannteste, umfasst aber nicht alle Ubisoft-Titel. Der 2008er-Reboot und die neuen Einträge ab 2024 stehen jeweils für sich. Wer chronologisch in die Reihe einsteigen möchte, findet mit The Sands of Time (2003) den zugänglichsten Einstiegspunkt der Ubisoft-Ära – oder wagt sich mit The Lost Crown (2024) direkt in die Gegenwart der Franchise.

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